Neues UBA-Forschungsprojekt zur Zertifizierung biozidfreier Antifouling-Systeme für Umweltzeichen

Neues UBA-Forschungsprojekt zur Zertifizierung biozidfreier Antifouling-Systeme für Umweltzeichen

Neues UBA-Forschungsprojekt zur Zertifizierung biozidfreier Antifouling-Systeme für Umweltzeichen (Blauer Engel) | New UBA research project for the certification of biocide-free antifouling systems for eco-labels (Blauer Engel)
Im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA) wird wird die Dr. Brill + Partner GmbH Institut für Antifouling und Biokorrosion in Zusammenarbeit mit der Hydrotox GmbH und LimnoMar bis August 2021 ein Forschungsprojekt bearbeiten, in dem Vergabekriterien für 1 bis 2 Umweltzeichen (Blauer Engel) für biozidfreie Antifouling-Produkte entwickelt werden.

Projektbeschreibung:
Bei der Zulassung von bioziden Antifouling-Wirkstoffen im Rahmen der Biozidprodukteverordnung ergab sich z.T. ein deutliches potenzielles Umweltrisiko durch Anwendung der zugelassenen Antifoulingprodukte. Um den Eintrag von Bioziden in die Umwelt zu minimieren, soll der Einsatz von biozidfreien und wirksamen Antifouling-Systemen gefördert werden. Diese Alternativen unterliegen jedoch derzeit keiner behördlichen Regulierung und Prüfung. Durch die Vergabe eines Umweltzeichens für die Produktgruppe biozidfreier Antifoulingsysteme soll das Vertrauen der Anwender in Hinblick auf die unabhängige Prüfung von Umweltverträglichkeit und Wirksamkeit dieser Alternativen gefördert werden.

In dem Vorhaben sollen Kriterien für die Vergabe von 1 bis 2 Umweltzeichen für biozidfreie Antifouling-Produkte entwickelt werden. Die Definition quantitativer Kriterien für den Nachweis der Gebrauchstauglichkeit und die Bewertung des Auswaschverhaltens von gefährlichen Stoffen und deren Ökotoxizität sind als zentrale Punkte zu nennen. Hierbei ist zwischen alternativen Rumpfbeschichtungen (Silikonbeschichtungen, Polymerbürsten, Hart- und Weichanstriche sowie Klebefolien) und anderen Bewuchsschutzsystemen (mobile Unterwasserfolien, Bootshebewerke oder chemisch/physikalische Systeme mit Ultraschall) zu unterscheiden. Die Kriterien sollen so formuliert sein, dass der Eintrag besorgniserregender Stoffe in die Umwelt verhindert oder auf ein Minimum reduziert wird. Die Kriterienentwicklung erfolgt in engem Austausch mit potenziellen Zeichennehmern. Das Vorhaben beginnt mit einer Markt- und Literaturrecherche zu verfügbaren Alternativen, die dann nach einem einheitlichen Schema bewertet werden. Die Vergabekriterien werden dann mit möglichen Zeichennehmern sowie Experten aus Behörden, Umweltverbänden auf einem Stakeholder-Workshop vorgestellt und diskutiert.